Bibliothek 2.0 und mehr …

25. September 2006

Kollaborativer Auskunftsdienst mittels Weblogs

Filed under: Bibliothek 2.0 — patrickd @ 0:11

Im Libreas Referate Blog ist ein Referat des Texte:
Pomerantz/Stutzman: Collaborative reference work in the blogosphere In: Reference Services Review. 2/2006 (34) S. 200- 212. erschienen. Jeffrey Pomerantz ist Assistant Professor an der School of Information and Library Science at the University of North Carolina at Chapel und Frederic Stutzman, PhD-Student an derselben Insitution:

Die Autoren gehen davon aus, dass das Weblog-Prinzip im Reference-Bereich gut einsetzbar wäre, auch wenn dies bislang noch nahezu überhaupt nicht geschieht.
Voraussetzung dafür ist ein Wandel der Grundstruktur von Reference-Dienstleistungen. Der klassische Dienst ist eine Eins-zu-Eins-Kommunikation.
[..]
Eine blogbasierte Auskunft greift dagegen auf das Community-Prinzip zurück. Beim indirect reference“, kann mehr als ein Bibliothekar auf die Anfrage des Nutzers eingehen. Wenn ein Nutzer eine Frage stellt, besteht z.B. in der jeweiligen Blog-Community die Möglichkeit, dass weitere, u.U. zu diesem Thema kompetentere Personen auf die Frage eingehen. Daraus ergibt sich eine Auskunftsshäre“ (Reference Sphere). Der Auskunftsdienst wird zu einem gemeinschaftlichen Handeln.
[..]
Das Konzept der Autoren bezieht sich auf ein System namens Lyceum
[..]
Vielleicht muss man hier eine kleine Trennlinie zwischen Web 2.0 und Library 2.0 ziehen: Die Idee einer lokalen Blogosphäre ist sehr reizvoll und in akademischen Kontexten ausgesprochen sinnvoll und erfolgversprechend.

Auch zum Thema Folksonomie äußert sich der Text:

Reine Folksonomies sind für ein bibliothekarisches Angebot, das auf eine möglichst vollständige Erschließung eines Informationsbestandes Wert legt, eher ungeeignet. Die Frage ist nun, in welcher Form und mit welchem Aufwand z.B. Tag-Thesauri entwickelt werden sollten.

Für die deutsche Bibliothekswissenschaft schließt Ben Kaden:

Inwieweit die deutsche Bibliothekswissenschaft sich hier einbringen wird, muss sich noch zeigen. Bislang, so scheint mir, befindet man sich bestenfalls in einem Stadium des Ausprobierens dessen, was möglich ist. Eine wirklich strukturierte Forschung auf diesem Gebiet gibt es nur in wenigen Ansätzen. Ich denke, dass z.B. gerade die Virtuellen Fachbibliotheken auf diesem Feld aktiver werden sollten.
Es geht – so ist meine Prognose – bei der Bibliothek der Zukunft nicht mehr nur hauptsächlich um die Bereitstellung von Information, sondern vielmehr um die Gestaltung des Umfeldes in dem diese Bereitstellung erfolgt. Wenn die Bibliotheken überlegen (auch wenn es wissenschaftliche Bibliotheken bislang noch nicht unbedingt nötig haben), wie sie Nutzer gewinnen und halten können, scheint der Community-Aspekt (inkl. einer community information-provision) ein ganz gut geeigneter Ansatz zu sein.

[via Libreas Referate Blog]

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