Bibliothek 2.0 und mehr …

30. Juli 2007

Neue Biblioblog Umfrage (in englisch)

Filed under: Bibliothek 2.0 — patrickd @ 22:08

Meredith Farkas führt dieses Jahr zum zweiten Mal eine Biblioblog Umfrage durch. In 2005 gab es nur 9 Teilnehmer aus Europa. Ich bin der Meinung, dass dies dieses mal geändert werden sollte. Wäre schön wenn sich möglichst viele Blogger aus dem Bibliotheksbereich beteiligen würden.

Noch was in eigener Sache:

Dies ist wahrscheinlich der letzte inhaltliche Beitrag in diesen Blog (aber nur unter dieser Adresse). Für übermorgen hab ich schon einiges Vorbereitet, die neue Location muss ja auch gleich mit Inhalt gefüllt werden 😉 Also nicht vergessen vergessen meinen neuen Feed zu abonnieren. 😉

22. Juli 2007

Neuer OPAC 2.0: vuFind

Filed under: Bibliothek 2.0, OPAC, Web 2.0 — patrickd @ 21:25

Die Villanova Universitys Falvey Memorial Library. präsentiert ein neues OPAC System: VuFind. VuFind ist Open Source und setzt auf Web 2.0 Technologien und Java auf. Die live Demo sieht sehr gut aus. Für deutsche Bibliotheken leide ein Hindernis das der Import von Nachweisdaten nur MARC21 basiert unterstützt wird. Eine beta Version kann man sich jetzt schon herunterladen.

Das System sieht sehr interessant aus nur weiß ich nicht wie das mit der Barrierefreiheit aussieht. Ajax und Barrierefreiheit ist ja durchaus möglich aber ich vermute dazu müsste der Code noch optimiert werden, dies kann aber auch falsch sein, wer dazu genaues weiß kann sich gerne in den Kommentaren melden.

17. Juli 2007

onleihe im Dialog

Filed under: Bibliothek 2.0 — patrickd @ 17:30

Da Herr Behrens, einen längeren Kommentar zum Thema Onleihe hinterlassen hat und ich die Diskussion darüber möglichst vielen zugänglich machen möchte, habe ich mich entschlossen diese Antwort als eigenen Post zu veröffentlichen. Dies hat ein wenig länger gedauert als sonst, Herr Behrens hatte sich ja auch schon darüber beschwert.

Lieber Herr Behrens,

zunächst einmal freue ich mich über einen offenen und konstruktiven Dialog über das Thema.
Ich werde natürlich insbesondere auf die Begriffsverwendung eingehen:

2…“ wir sind überzeugt davon, dass der Verzicht auf ein Trägermedium beim Ausleihen von Inhalten und die Möglichkeit der bequemen Ausleihe von Zuhause aus – [… ]sehr wohl eine „äußerst signifikante Änderung am Programm“ darstellt.

Die digitale Revolution wird einen größeren strukturellen Wandel für die öffentlichen Bibliotheken nach sich ziehen, als irgendein anderes Ereignis in den letzten 50 Jahren – sie ist viel mehr als „nur“ die Einführung eines neuen Mediums wie es z.B. die DVD war. Sind Sie diesbezüglich anderer Meinung

Nein bzw ein wenig, denn die digitale Revolution meint vor allem, dass Inhalte beliebig kopierbar und vervielfältigbar sind. Wenn ich jedoch diesen Aspekt von ihr wieder abziehe bin ich eigentlich wieder bei der DVD ohne Trägermedium gelandet. Ich habe ein Medium, das auch nur von einer Person gelichzeitig genutzt werden kann, dies ist in meinen Augen keine Revolution mehr. Sondern eine 1:1 Übertragung des Status Quo in den Bereich des Digitalen und dies ist eigentlich nicht viel mehr als die Einführung eines neuen Trägermediums, das sich nur ein wenig leichter verschicken lässt. Muss man ansonsten bei einer Fluggesellschaft, die Onlineticks verkauft von der Fluggesellschaft 2.0 sprechen? Und handelt es sich bei Musicload oder anderen Downloaddiensten um den Musikhandel 2.0? Ich bin nicht der Meinung, dass ein wesentlicher Versionssprung so einfach ist. Im Vergleich dazu handelt es sich bei der Onleihe einfach um eine Onlinebibliothek mehr eigentlich nicht (von einer Digitalen Bibliothek kann man nicht sprechen, da hier der freie Zugriff auf Volltexte erwartet wird)

3. Nicht alles, was „2.0“ ist, hat etwas mit „Web 2.0“ zu tun. Das erste Mal, dass ich mit dem Begriff „IRGENDETWAS 2.0“, was nicht Software war, völlig konfrontiert wurde, war beim Ende der „New Economy“. So ca. 2002 schrieb ein kluger Wissenschaftler, was in der New Economy alles falsch gelaufen ist und was ab jetzt in der Internetwirtschaft alles besser/anders laufen würde/müsste. Diese neuen Paradigmen fasste er unter dem Begriff „Business 2.0“ zusammen. Auf der Suche nach diesem Artikel bin ich dann darauf gestoßen, dass bereits 1995 eine Zeitschrift mit dem Titel „Business 2.0“ auf den Markt gekommen ist. Das war also ca. 10 Jahre bevor Herr O’Reilly das „Web 2.0“ ins Gespräch brachte. Hat Herr O‘Reilly sich im Jahr 2005 also der „Begriffsverdrehung“ schuldig gemacht? Macht sich Ihrer Meinung nach jetzt auf einmal jede Softwarefirma, die eine „Version 2.0“ von etwas herausbringt, die keine „Web 2.0“ Elemente hat, des Etikettenschwindels schuldig?

Ein interessanter Aspekt auf den ich gerne eingehe. Sie haben recht, dass 2.0 nicht unbedingt mit dem Web 2.0 zu tun haben muss, jedoch vergessen Sie, dass die Assoziation von Bibliothek 2.0 und Web 2.0 bereits hergestellt war. Was würden Sie davon halten, wenn heute ein Hersteller ein neues innovatives Produkt unter dem Namen Web 2.0 verkaufen würde? Das Problem ist nicht die Verwendung des Labels „2.0“ an sich, sondern dass der Begriff „Bibliothek 2.0“ bereits geprägt war. Somit macht man sich dann eines Etikettenschwindels schuldig, wenn man bereits definierte Begriffe mit einer anderen Bedeutung verwendet, nicht wenn man „2.0“ sagt und etwas anderes als das Web 2.0 meint.

4. Die Zielgruppe der PR-Kampagne zum Start der „Onleihen“ waren NICHT wissenschaftlich geschulteBibliotheksmitarbeiter von wissenschaftlichen Bibliotheken (so wie Sie und die meisten Diskutierenden im NetBib-Blog), sondern normale Bibliotheksbenutzer von öffentlichen Bibliotheken und solche, die es werden könnten.Es ging bei unserer Begriffsbenutzung darum Journalisten und „normale“ Menschen für das Thema „Onleihe“ bei den öffentlichen Bibliotheken zu interessieren – dies ist mit dem Kunstwort „Onleihe“ (das man mögen kann oder auch nicht) und dem Begriff „Bibliothek 2.0“ (selbst wenn er Ihrer Meinung nach „falsch“ genutzt wird) gelungen.

Interessant, dass Sie genau mit der Unterscheidung „wissenschaftlich/öffentlich“ kommen. In diesen Zusammenhang verweise ich gerne auf die Staaten wo der Ursprung des Begriffs „Bibliothek 2.0“ bzw dort natürlich „Library 2.0“ liegen. Dieser Begriff wurde nicht von wissenschaftlichen Bibliotheken geprägt, sondern von öffentlichen Bibliotheken.

Bitte gehen Sie in Berlin auf die Straße und fragen Sie dort beliebige Passanten nach ihrer Definition von „Bibliothek 2.0“. Und danach befragen Sie die Leute auch noch, wie „wichtig“ ihnen der Diskurs über die „richtige“ Definition ist. Was denken Sie, wie vielen „normalen“ Menschen die „Bibliothek 2.0“ schon so wichtig war, dass sie diese bei Wikipedia recherchiert haben?

Hier könnten sie jeden anderen Fachbegriff ebenfalls einsetzen, fragen Sie doch mal die Leute auf der Straße nach ihrer Definition von “Urheberrecht“ oder „DRM“. Daraus, dass eine Definition nicht allgemein bekannt ist, kann mitnichten geschlossen werden, dass sie nicht von Deutung ist. Sie werden sich auch Vorwürfe von jeder anderen Disziplin anhören müssen, in dem Fall dass Fachbegriffe für das Marketing sinnentstellt verwendet werden.

[..]

5. Wie Sie sich anhand unserer Firmen-Webseite http://www.DiViBib.com (oder auch in Gesprächen mit Bibliothekaren aus öffentlichen Bibliotheken) vergewissern können, haben wir gegenüber Bibliotheken nie behauptet, dass wir eine „Bibliothek 2.0“-Lösung anbieten, sondern haben diesen „Claim“ nur gegenüber der Nicht-Bibliothekarischen-Öffentlichkeit genutzt (siehe auch Punkt 4). Sie finden auf unserer Web-Seite oder in einer unserer Präsentationen keinmal das Wort „Bibliothek 2.0“.

Ich kann aus den oben genannten Gründen die Aufregung um unsere Verwendung des Begriffes „Bibliothek 2.0“ nur sehr bedingt verstehen: JA, im wissenschaftlichen Kontext war das Label 100% falsch – NEIN, im praktischen Einsatz für die Zielgruppe der Kommunikation war das Label 100% sinnvoll und richtig.

Meinen Sie wirklich, dass sich so etwas sinnvoll trennen lässt? Ich habe da meine Zweifel, zumindest braucht man sich da nicht über Kritik aus dem wissenschaftlichen Bereich zu wundern.

Wenn man aber mit einem Kind immer nur „schimpft“ und ihm sagt, was es alles falsch macht, dann wird es sich bestimmt nicht optimal entwickeln (mir sei dieser Vergleich in dem Kontext nachgesehen, weil ich vor 4 Wochen zum ersten Mal Vater geworden bin und mich darum mit diesen Themen dieser Tage intensiver beschäftige).

Nun ich habe nicht nur „geschimpft“ sondern auch konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht, konstruktive Kritik kann nie schaden. Das Problem ist nur, dass sie zwei Bereiche (DRM, Bibliothek 2.0) angeschnitten haben, die beide sehr genau und kritisch beobachtet werden. Ein gewisses Konfliktpotenzial war hier vorprogrammiert. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Marketing Strategie gleich als Bashing zu bezeichnen finde ich jedoch ein wenig hart.

In diesem Sinne freue ich mich auf die weitere konstruktive Diskussion über den Service Onleihe und fände es schön, wenn wir aus der bibliothekarischen Blog-Community vielleicht auch noch etwas mehr Lob für die von uns geleistete Arbeit bekommen. Bei der DiViBib haben 18 Menschen in den letzten zwei Jahren sehr viel Energie und Herzblut in das Projekt gesteckt – es ist schade, dass deren Leistung in den Blogs so wenig gewürdigt wird.

Lob aus einer sehr kritischen Community bekommt man nicht so leicht geschenkt, sondern man muss es sich hart verdienen. Dies ist insbesondere dann schwer wenn man zwei Themen besetzt, die beide sehr kritisch von der Blog Community beäugt werden. Ein Engagement für freie Inhalte, durch die Integration solcher in die Onleihe, könnte hier Wunder wirken 😉

Mir persönlich ist die Anerkennung unserer Kunden und der vielen Bibliotheksnutzer, die die Onleihe schon heute oft und gerne nutzen, zugegebenermaßen viel wichtiger und Bestätigung der Richtigkeit unseres Tuns genug.

Abzuwarten bleibt, ob die Nutzung zur Zeit so hoch ist weil das Angebot neu ist und man es ausprobieren möchte, oder ob es sich dauerhaft etabliert. Darüber werden aber auch Faktoren wie die Kompatibilität mit den verschiedenen Endgeräten (wie dem iPod) sein. Wenn Benutzer feststellen das die Hörbücher mit diesen weit verbreiteten Geräten,  eben nicht funkioniert, werden Sie sich an die Aufforderungen von Steve Jobs erinnern.

Auch wenn das der DiViBib nicht so wichtig scheint, so würde ich es begrüßen, wenn man in Zukunft Fachbegriffe laut ihren Bedeutungen verwendet. Auch dies würde dafür sorgen, dass das Ansehen der Fachcommunity steigen würde.

Viele Grüße

Patrick Danowski

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Open Library Demo is online

Filed under: Bibliothek 2.0 — patrickd @ 9:45

Das Internet Archive hat zusammen mit der Open Content Alliance einen Open Source Katalog entwickelt.  Die Demo der „Open Library“ ist online und der Source Code kann herunter geladen werden.

15. Juli 2007

2. Berliner Bibliothek 2.0 Stammtisch

Filed under: Bibliothek 2.0, Veranstaltungen — patrickd @ 21:39

Nochmal zur Erinnerung, am Dienstag den 17.07.07 um 20:00 findet im Via Nova (Universitätsstraße 2-3a) der 2. Berliner Bibliothek 2.0 Stammtisch statt. Themen werden sicherlich das Berliner BibCamp und die onleihe sein. Vorher (ab 18:00) findet der interessante Vortrag von Traugott Koch im BBK zum Thema „Hier Haufen von Blättern, dort Bäume“ oder läßt sich professionelle semantische Kontrolle mit dem Ausdrucks- und Beziehungsreichtum partizipierender Nutzer integrieren?“ statt. Ich hoffe wir sehen uns.

Weitere Termine:

11.09.07 20:00: Bibliothek 2.0 Stammtisch unterwegs auf dem Festabend der GBV Verbundkonferenz

26.09.07 20:00 Bibliothek 2.0 Stammtisch in Berlin während der ASpB Tagung

Ob es auch noch einen Stammtisch im August geben wird, entscheidet sich noch.

10. Juli 2007

BibSonomy und Bibliothken

Filed under: Bibliothek 2.0, OPAC — patrickd @ 22:32

Der KUG („Kölner Universitäts-Gesamtkatalog) und der Katalog des Instituts für Informationswissenschaft der Universität Saarbrücken, die beide den Export von Einträgen nach Bibsonomy unterstützen sind aufgrund der“3rd-party integrationdas „Feature of the Week“ im Bibsonomy Blog. Im Katalog der Informationswissenschaft werden außerdem noch Autoren und Schlagwörter mit Suchen bei Bibsonomy und einigen anderen Diensten verbunden.

Demnächst soll es eine (offene) REST API geben damit eine Integration noch einfacher realisiert werden kann.

[via BibSonomy Blog: Feature of the Week: 3rd-party integration]

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Amazon Visualiserung

Filed under: Bibliothek 2.0 — patrickd @ 19:59

* LivePlasma                                        / Flowser

* BrowseGoods                                     /    Tuneglue

* Coverpop

Nach wie vor wird im deutschen Bibliothekswesen lieber auf geschlossene Schnittstellen gesetzt, die auf Anfrage für einzelne freigeschaltet werden, anstatt sich in Richtung Web 2.0 zu orientieren und die Schnittstellen frei zur Verfügung zu stellen. Was dies angeht, haben wir noch einen weiten Weg in Richtung Bibliothek 2.0 vor uns, die ja auch auf dem Teilen von Diensten beruht.
[via Read/Write Web]

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9. Juli 2007

Neuer Podcast: Uncontrolled Vocabulary

Filed under: Bibliothek 2.0 — patrickd @ 11:00

Greg Schwartz hat ein neues Podcasting Projekt gestartet: Uncontrolled Vocabulary, a podcast. Jeder der möchte kann sich beteiligende über die TalkShoe Plattform. Dort kann man sich live dazu schalten und mit diskutieren während man den Podcast live hört. Wenn man dran teilnehmen möchte muss man sich bei TalkShoe registrieren (die Anleitung dazu).

[via LibrarianInBlack]

8. Juli 2007

Google Kalender mit Bibliothek 2.0 Terminen

Filed under: Bibliothek 2.0, Veranstaltungen — patrickd @ 22:57

Heute habe ich einen Google Kalender mit Terminen zum Thema Bibliothek 2.0 eingerichtet. Dabei werden sowohl interessante Konferenzen an sich, sowie die einzelnen Panels / Vorträge geführt. Wer ebenfalls einen Google Kalender hat und diesen Kalender mit pflegen möchte kann mir gerne eine Mail schreiben oder einen Kommentar hinterlassen. Der Kalender kann von jedermann eingesehen werden, auch wenn man keinen Google Acount hat.

onleihe: Digitale Bibliothek 0.5

Filed under: Bibliothek 2.0 — patrickd @ 20:10

Die Onleihe macht mit dem Spruch „Bibliothek 2.0 – Der Sprung in die digitale Medienwelt“ Werbung. Da muss ich natürlich etwas genau hinsehen. Doch was ich sehe ist eine „Digitale Bibliothek 0.5″. Es handelt sich um eine exakte 1:1 Übertragung der analogen Bibliothek ins digitale Medium. Hierauf weiß Christian Hasiewicz (Bibliothekarischer Direktor der DiViBib GmbH) auch sehr schön in seinem Kommentar bei netbib hin:

„Bibliotheken betreiben schon seit Jahrhunderten „Rights Management“ (ohne das „Digital“), indem sie Benutzungsordnungen haben und Medien nicht verschenken, sondern unter gewissen Nutzungsbedingungen zur Verfügung stellen.“

Genau wie bisher (im analogen Bereich) kann man nur so viele Medien ausleihen wie die Bibliotheken gekauft hat (De:bug bezeichnet dies treffend als Mangelwirtschaft, man könnte es auch als künstliche Verknappung bezeichnen). Mit neuen Möglichkeiten des digitalen Mediums hat das wenig zu tun, außer das man jetzt von einem 24 h Service in Netz profitieren kann.

Ich frage mich, was soll daran 2.0 sein? Als dann letztens jemand in den Wikipedia Artikel „Bibliothek 2.0“ Spamlinks zu den Angeboten der Firma „DiViBib GmbH“ eingestellt hat, konnte war es an der Zeit, das ganze etwas genauer zu untersuchen.

Vergleichen wir doch mal die Definition von Bibliothek 2.0 im Wikipedia Artikel mit dem Angebot „onleihe“:

„Der Begriff der Bibliothek 2.0 (engl. „Library 2.0“) ist bislang nicht eindeutig definiert und beinhaltet zum Teil kontrovers diskutierte Konzepte und Vorstellungen. Konsens herrscht weitgehend, dass die Bibliothek 2.0 grundsätzlich auf den Benutzer und seine Vorstellungen, Wünsche, Erwartungen ausgerichtet ist.

Einigkeit besteht ebenfalls überwiegend dahingehend, dass die Bibliothek 2.0 auf bestimmte, dem so genannten Web 2.0 zugeschriebene Grundprinzipien wie Partizipation, Kollaboration, Interaktion bzw. einfach Zwei-Wege-Kommunikation zurückgreift. Diese wurden durch die weite Verbreitung rückkopplungsfähiger und auf Vernetzung ausgerichteter Kommunikationstechnologien, besonders durch die so genannte Soziale Software, zu einem allgemeinen Kommunikationsphänomen im Internet.“ (Quelle Wikipedia)

Nun untersuchen wir die angesprochenen Punkte:

  1. Einbindung des Bibliotheksnutzers: Es gibt minimale Möglichkeiten Medien zu bewerten mit 1-5 Sternen, keine Funktion die auch nur nirgendwo ermöglicht das ein Soziales Netzt entstehen könnte. Ganz nebenbei, dass solche Bewertungen ohne Kommentare auch sehr nichtssagend sind da man nicht nachvollziehen kann, wie diese Bewertung entstanden ist.

  2. Offene Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten: Hiervon kann nicht einmal weitgehendst die Rede sein. (DRM macht’s unmöglich)

  3. Web 2.0: Auch nichts was im entferntesten damit zu tun hat

Ich frage mich wirklich warum ein solcher Service sich 2.0 nennt, wahrscheinlich weil es modern ist. Aber man darf sich dann auch nicht wundern, wenn man an diesem beanspruchten Label gemessen wird. Bibliothek 2.0 ist eben nicht ein Begriff, den man unreflektiert zum Marketing verwenden sollte, da er auch Verpflichtungen mit sich bringt.

Mal ganz abgesehen davon, das die Aussage von Herrn Hasiewicz:

Ohne den DRM-Schutz würde derzeit kein einziger Verlag oder Inhalteanbieter den öffentlichen Bibliotheken ein einziges digitales Medium zur Verfügung stellen.

einfach falsch ist.

Einige Gegenbeispiele:

* Lawrence Lessig: Code 2.0

* Die wunderbare Wissensvermehrung (erschienen bei Telepolis)

* Festschrift Prof. Umstätter

Keines dieser Werke ist übrigens im Angebot der Onleihe zu finden.

Nicht das der Eindruck entsteht, ich finde die Idee prinzipiell schlecht. Der Ansatz ist durchaus nicht unpraktisch, jedoch sollte man:

  • auf die Vermarktung als Bibliothek 2.0 verzichten, da man diesem Anspruch nicht in geringster Weise gerecht wird
  • Freie Inhalte stärker integrieren, wie Creative Commons Lizenzierte Bücher, Netlabels und freie Filme (wie Cedric und Elephant Dreams) um diese einer breiten Zahl von Benutzern bekannt zu machen
  • mehr qualitativere Inhalte einstellen (gelingt auch teilweise mit dem zuvor genannten Punkt

DRM muss wohl leider zur Zeit verwendet werden, jedoch wird einer der wesentlichen Fragen sein, ob man DRM als notwendiges Übel oder als Lösung ansieht.

Eine wirkliche Lösung kann DRM meiner Meinung nach nicht sein, dies zeigt sich alleine dadurch, dass das Audio-Angebot für Millionen von Ipod Besitzern zur Zeit wertlos ist. Natürlich kann man den schwarzen Peter weitergeben und Apple wegen der nicht weiterlizenzierung des DRM Systems angehen, dies ist jedoch ein Nachteil den proprietäre Systeme mit sich bringen.

Die Frage, die man sich dann stellen lassen muss, ist, wie viel Benutzer darf man in Zukunft von den Diensten der öffentlichen Bibliotheken ausschließen, weil sie das falsche Gerät haben?

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